Aktuell:  Vortrag mit Diskussion und Apéro, Samstag, 30. November, 17:00-20:00 Uhr, Kino im Uferbau, Ritterquai 10, 4500 Solothurn.

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Aktuell: Vernissage "Die verlorenen Töchter", Mittwoch, 20. November 2019.


Dr. phil. Silke Margherita Redolfi
Dr. phil. Silke Margherita Redolfi

Liebe Leserin, lieber Leser

Ich freue mich, dass Sie sich für meine Arbeit interessieren. Als Historikerin, Leiterin des Frauenkulturarchivs Graubünden und als freischaffende Archivarin liegt mir die Frauen- und Geschlechtergeschichte besonders am Herzen. Ich möchte wissen, wie Recht, Gesellschaft und Vorstellungen von Geschlechterrollen zusammenwirken und Identität herstell(t)en. Wie haben Frauen und Männer ihren Alltag in früheren Zeiten gemeistert? Welche Bedingungen braucht eine Gemeinschaft, damit soziale Gerechtigkeit und Achtung gegenüber Menschen und Natur entstehen können?

Solche Fragen leiten meine Arbeit und sie bewegen mich auch als Mensch. Mit meiner Schaffenskraft und meinem Wissen will ich dazu beitragen, dass Humanität, Chancengleichheit, "Nächstenliebe", der Respekt und der Schutz der Natur und allen Lebens nicht vergessen gehen.


Die verlorenen Töchter. Dissertation

Am 13. Juni 2016 habe ich an der Universität Basel das Doktorats-Examen abgeschlossen. Meine Dissertation arbeitet ein dunkles Kapitel Schweizer Frauengeschichte auf: Die Ausbürgerung von Schweizer Frauen, die einen Ausländer heirateten. Gerade eben ist meine Dissertation unter dem Titel "Die verlorenen Töchter" im Chronos Verlag Zürich erschienen.

Heute ist kaum mehr bekannt, dass Schweizerinnen ihre Staatsbürgeschaft verloren, wenn sie einen Ausländer heirateten. Diese Regel galt bis 1952 und bedeutete für viele Betroffenen grosses Leid. Die Folgen dieses diskriminierenden Rechts waren teilweise verheerend: Es kam nicht nur zu Einschränkungen bei der Berufsausübung oder zu Ungleichheiten im Aufenthaltsstatus, sondern auch zu Ausweisungen oder gar Landesverweisen im Zweiten Weltkrieg. So wurden etwa frühere Schweizerinnen mit Kleinkindern des Landes verwiesen und mitten im Zweiten Weltkrieg an die Schweizer Grenze gestellt und ihrem Schicksal überlassen. Ehemalige Schweizerinnen verschwanden in psychiatrischen Anstalten im Ausland, frühere Schweizer Jüdinnen waren im Ausland den Nazischergen meist schutzlos ausgeliefert. Meine Dissertation zeigt auf, wie eine patriarchale Staatsidee, ein auf ein kollektives Gemeinwohl ausgerichtetes Rechtssystem und die Negierung der Frauen als Bürgerinnen im Bundesstaat von 1848 dieses verhängnisvolle und skandalöse System von Ausschluss und Benachteiligungen möglich machten.Mit meiner Studie will ich auf dieses dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte aufmerksam machen und den über 85 000 Schweizerinnen, die zu Ausländerinnen im eigenen Land wurden, ein Denkmal setzen.

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Buchbeschreibung "Die verlorenen Töchter"
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In den Medien

29.10.2019 La Quotidiana: "Las feglias pearsas".

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12.9.2019 Magazin doppelpunkt: "Schweizerinnen wurden an die Grenze gestellt" von Christine Schnapp.

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06-07_37_SDP_Brennpunkt_Bürgerrechte Sch
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21.8.2019 srf online: "Die Liebe zu Ausländern kostete Schweizerinnen den Pass"

19.8.2019 SRF 2 Sendung Kontext: "Durch Heirat ausgebürgert" auf SRF 2

19.8.2019 SRF 2 Sendung Kontext online abrufbar über https://www.srf.ch/sendungen/kontext/durch-heirat-ausgebuergert

 


13.7.2019 Schweiz am Wochenende: "Die verstossenen Schweizerinnen" von Annika Bangerter

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SchwaWo_Verstossene Schweizerinnen.pdf
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hören Sie die Sendung von Katharina Bochsler (SRF 2, 10.5.2019) über Kinder, die nach dem Krieg in die Schweiz kamen. Ihre Mütter waren frühere Schweizerinnen.


Artikel im Schweizerischen Beobachter vom 21. Juli 2017 "Die verstossenen Schweizer Familien" mit Zitaten aus meiner Dissertation. Link zum Artikel

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Schweizerischer Beobachter, 21.7.2017.
BEHP15_2107_Verstossene Schweizer.pdf
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